
Die radioaktive Kontaminierung des Grundwassers war von Experten vorausgesagt worden.
In die Atommüll-Lagerstätte “Asse II” dringt seit Jahren Grundwasser ein, verbindet sich mit dem radioaktiven Abfall und sabbert als radioaktive Lauge durch die Stollen.
Noch wurde die ätzende Brühe nicht in den umliegenden Trinkwasserbrunnen nachgewiesen, aber es ist nur eine Frage der Zeit bis der Atommüll die Außenwelt erreicht - sagen die Experten.
Die damaligen Entscheidungsträger zucken mit den Schultern. Argumente wie “Das hätte ja keiner Ahnen können” sind das einzige was man von Verantwortlichen zu hören bekommt. Hätte man nicht ahnen können? - ein von Greenpeace jetzt veröffentlichtes Dokument zeigt, man hätte.
Empfangen hatte das Schreiben die damals zuständige Bundesumweltministerin, Angela Merkel. Und abgeschickt wurde es nicht von irgendwelchen Umweltfanatikern, sondern vom Bfs, dem Bundesamt für Strahlenschutz.
Greenpeace fordert einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Bundestages. Den Merkel kannte offenbar das Risiko - aber es war ihr anscheinend egal.

Dass sich die “Zeit” langsam zu einem nicht mehr so geheimen Geheimtipp unter den Printmedien mausert sollte ja bekannt sein.
Auf Zeit-Online ist nun als Vorabdruck ein Ausschnitt aus dem Buch »Angriff auf die Freiheit« von Juli Zeh und Ilja Trojanow erscheinen. Und so kann sich die “Zeit” nun auch klammheimlich den Titel “Artikel das Jahres” einheimsen, und das schon Anfang August:
Dies ist ein Lesebefehl! (alle 3 Seiten - wird immer besser!)

Der Piratenpartei schlägt zur Zeit der Wind ganz schön entgegen.
Als im Rahmen der Berichterstattung rund um den Bundesparteitag der PIRATEN bekannt wurde was für eine Art von Mensch mit Bodo Thiesen in ein Parteiamt gewählt wurde befinden sich die Freibeuter in ihrem Heimathafen, dem Netz, in schwerer See.
Bodo Thiesen ist nicht nur fest davon überzeugt dass Adolf Hitler den 2. Weltkrieg gar nicht gewollt hätte, auch der Überfall auf Polen sei nicht wirklich ein “Überfall” gewesen. Und auch sonst hat der Mann einen eher revisionistischen Blick auf die deutsche Geschichte. *
(Mehr zum Thema auf fixmbr und jeriko)
Und wie es eben so ist, wenn die Wellen schon mal über die Rehling schwappen, kommt dann auch noch einer auf die Idee Schmierseife auf Deck zu verteilen.
Die dem gaaaaaaaaaaanz rechten Parteienspektrum zuzuordnende DVU (”Die neue Rechte”) erklärt auf ihrer Webseite: “Wir sind die Piraten“.
(Nein, verlinke ich hier nicht)
Schon seit langem versuchen die Rechten sich im bürgerlichen Mäntelchen zu verstecken. Dass sie jetzt auch auf Rattenfang im Piratenumfeld gehen ist also nicht verwunderlich. Weh tut es trozdem.
Die PIRATEN sind jetzt gefordert die Rechten innerhalb und außerhalb der Partei verbal Kiel-zu-holen und ihr Schiff in deutlichen Abstand zu nationalsozialistischen Ideen zu bringen.
Der Parteivorstand hat schonmal den ersten Schritt getan: Bodo Thiesen hat 24 Stunden Zeit seinen Quatsch zurückzunehmen, sonst droht im der Gang über die Planke.
Dank an Sammy für den Link!
*Update: Bodo Thiesen hat sich zumindest öffentlich von seinen Äußerungen distanziert. Daher habe ich die Passage erstmal gestrichen. Wie glaubhaft sein Statement ist darf jeder selbst entscheiden.

Ich habe, vielleicht im Gegensatz zu anderen Bloggern, Hochachtung vor der “heute”-Redaktion. Für mich gehört die Nachrichtensendung zu den journalistisch wertvollsten Nachrichtenproduktionen in Deutschland.
Aber was die Jungs und Mädels dort heute über den Sender geschickt haben, klingt zwar nach einer gut recherchierten Story gehört aber auf den zweiten Blick eher in die Kategorie “Bullshitbingo” als in “Nachrichten”.
Der “ZDF-Terrorismusexperte” Elmar Theveßen gab heute im Rahmen einer Sendung ein Interview unter dem Titel “Terrorgefahr gestiegen - Erhöhte Anschlagsgefahr in Deutschland” (bis vor kurzem abzurufen unter heute.de*).
Der Mann mag sich für Terroristen begeistern, Politik und Neueste Geschichte gehören definitiv nicht zu seinen Leidenschaften.

Ein russischer Kreuzfahrtschiffsunternehmer bietet für knappe 5.800 Dollar eine Abenteuerreise an - Piratenjagen vor der Somalischen Küste. Mindestens ein Überfall auf das Köder-Schiff wird vom Veranstalter garantiert!
Und damit, wenn die Piraten kommen, die Gäste dann diese nicht nur bestaunen sondern auch ordentlich töten können kann man an Board des Schiffes auch die nötigen Utensilien erstehen:
Eine Stand-MG kostet 475 Dollar Miete pro Tag, ein Granatwerfer ist für schlappe 175 Dollar zu haben (3 Granaten im Preis inbegriffen). Für den kleinen Geldbeutel liegt auch die eine oder andere “Ak - 47″ für 9 Dollar Miete bereit.
Allerdings kosten 100 Schuss nochmal 12 Dollar.
Menschen töten als Pauschalurlaub….
Den ganzen Artikel gibts auf “wirtschaftsblatt.at”.
Dank an Daniel!
Headerfoto: by-nc-nd by George Chan

Ich bin am 30. Januar 2008 im Rahmen einer Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der sogenannten “Machtergreifung” Hitlers in die SPD eingetreten.
Mir war es wichtig Position zu beziehen.
Für die Demokratie, für den Rechtsstaat.
Zu den fundamentalen Prinzipien, die einen Rechtsstaat kennzeichnen, gehört die strikte Trennung von Judikative, Legislative und Exekutive.
Deshalb ist diese auch in unserem Grundgesetz, Artikel 20, verankert. Dieser Artikel fällt unter die “Ewigkeitsklausel”, sein Inhalt darf nicht verändert werden. Den Vätern (und Müttern) des Grundgesetzes war es wichtig, dass diese wichtige Säule unserer Demokratie niemals, und egal mit welchen Argumenten, angesägt wird.
Zu tief saßen noch die Erinnerungen.
Das Gesetz, welches der Bundestag mit den Stimmen der SPD am 19. Juni unter dem Titel “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” beschlossen hat, widerspricht dem Grundsatz der Gewaltenteilung aufs äußerste.
Sehr treffend formuliert das Handelsblatt daher:

Am Freitag war Wahltag im Iran. Der aktuelle Präsident Achmadinedschad behauptet diese gleich im ersten Wahlgang gewonnen zu haben, doch das glaubt ihm keiner. (DeutschlandRadio Kultur) Das Land kocht und nicht mehr nur die Jugend des Landes ist in Teheran auf der Straße um für Veränderung zu demonstrieren.
Und wiedereinmal zeigt sich, dass Netzzensur nur der hilflose Versuch ist mit Topflappen ein sinkendes Schiff zu retten: Die Regierung hat landesweit das Internet “gedrosselt”, viele Seiten sind gar nicht mehr erreichbar. Auch das Versenden von SMS ist zur Zeit nicht möglich, der Strom in einigen Landesteilen abgestellt. Ausländische Journalisten wurden unter Hausarrest gestellt, Sendeverbote erteilt, Studios geschlossen und Satellitenverbindungen mit Störsendern gekappt.
Und dennoch tröpfeln Informationen nach draußen. Vor allem über Twitter. Hier werden neueste Bilder und Berichte verlinkt, vor allem jedoch organisiert sich hier die iranische Jugend: Minütlich werden IP´s von funktionierenden Proxys übermittelt, Nothilfemaßnahmen bei Tränengasangriffen beschrieben und Tips zur Sicherheit weitergegeben und Hilferufe abgesetzt (Lesenswert!!!)

Photo: teheranlive.org
Und so ist es möglich, dass obwohl sich die staatliche Presse Irans über die Vorfälle ausschweigt, Informationen nach draußen dringen. Eine erste Sammlung:
- Auf boston.com gibt es eine beklemmende Sammlung von Photos und Berichten: the big picture (Link)
- teheranlive.org berichtet schon seit längerem aus dem Iran: Iranians Protest Election Results part1 / part 2
- Revolutionary Road sammelt auch fleißig Bilder: “Iran: Riot in Teheran“
- Auch auf deutsch sind (wenn auch spärlich) Informationen in der Blogosphäre zu finden: “Lupe”
Minuten nach denen Bekannt wurde (Link), dass die Paramilitärs, welche auch in den letzten Tagen schon Motorädern und Mofas durch die Menge fuhren, um Demonstranten erst mit Farbkugeln zu markieren und später zusammenzuschlagen, nun auch den ersten Protestler auf offener Straße erschossen haben tauchen auch sofort flikr-Fotos der Mordszene auf. Ich spar mir hier die Verlinkung.
Alles in allem ist wohl zusammenzufassen, dass wenn zwischen einigen Hunderttausend (ZDF) und 1,5/2 Millionen (CNN) Bürger auf die Straße gehen, kann das nicht vor der Weltöffentlichkeit versteckt werden.
Headerphoto: by-nc-sa by isle-of-paradise

Wir stehen also vor dem Gasthaus und Ray raucht.
Amerikanische Marke - versteht sich. Im Licht der untergehenden Sonne sieht er aus wie ein Ex-Knacki der jetzt als Streetworker durch die Schulen zieht um die Kids davon abzuhalten den falschen Umgang zu pflegen.
Den falschen Umgang? - Rays “falscher Umgang” war der Dart-Club im örtlichen Pub. Einmal die Woche. Gelegentlich. Bis Sylvester 1991.
Dann wurde die Kellnerin des Pubs ermordet. Und weil sich sonst niemand anbot, der als Täter herhalten konnte wurde Ray Krone vom ermittelnden Beamten zum Täter auserkoren. Schließlich hatte jemand mal behauptet zwischen ihm und der Kellnerin liefe was. Das wüsste man aus sicherer Quelle. Jemand hätte es gesehen und jemand hätte es erzählt.

Seit März ist es in Augsburg verboten Nachts einen Döner auf “offener Straße” zu essen. Der Grund ist ein verpfuschter Wahlkampf-Gag (Hintergrund).
Dieses Verbot trifft nicht nur den örtlichen Dönermann, Arkadas (Video), sondern auch eine ganze Generation von Nachtschwärmern, die sich daran gewöhnt hat, nach dem Weggehen noch eine warme Mahlzeit zu genießen.
Und diese Generation geht nun zum Gegenangriff über. Gestern Nacht fand zwischen 1:01 und 2:02 ein “Protest-Picknick” auf dem Rathausplatz statt. Obwohl heftiger Regen angekündigt war fanden sich zwischen 600 und 1500 (je nach Schätzung) meist junge Leute ein, die zum Teil mit Picknickdecken und Nudelsalat bewaffnet ihren Unmut zum Ausdruck brachten.








